Content-Klau – Nicht mit mir!

Mal wieder musste ich feststellen, dass einer meiner Webseiten von einer gar ärgerlichen Krankheit befallen wurde „Content-Klau“. Dies klingt im ersten Augenblick schlimmer als es eigentlich ist und hat – abgesehen vom Diebstahl der Inhalte – meistens keine allzu großen Nachteile beim alltäglichen bloggen.

Content (zu dt.: Inhalt) werden häufig geklaut und viele sind hiervon betroffen. WordPress – und auch andere Systeme – macht es den Dieben auch nicht gerade Schwer an die Inhalte zu kommen. Frei nach dem Motto „What You see is what You Get“, nehmen sich die Diebe die Inhalte wie sie bereitgestellt werden. Viele Denken hierbei gleich an Viren, Trojaner und böse Scripte die sich in die Installation eingeschlichen haben, doch ist es meist viel einfacher und man muss nicht gleich seine Installation über Bord werfen und neu Anfangen.

Hierzu habe ich mal die wichtigsten Fragen zusammengestellt und versucht so einfach wie möglich die Dinge zu erklären.

Ich beziehe mich hier überwiegend auf WordPress, da ich selber dieses System im Einsatz habe und mit diesem Problem im Gange bin. Andere System sind aus gleichen / ähnlichen Gründen auch betroffen!

Warum ich?

Dies hat meist keinen persönlichen Grund. Im Normalfall wird über eine Suchmaschine nach relevanten Seiten gesucht (Thematik; verwendetes System; Sicherheitslücken) und dann startet auch schon der Prozess.

Wie kommen „Die“ an meine Daten?

Um an die relevanten Daten, also den eigentlich Content auf der Seite zu kommen, braucht man weder Zugänge, noch Schad-Software. Alles was ich sehen kann, kann ich auch Abfangen. Im Fall von WordPress kann dies über den RSS-Feed zum Beispiel erfolgen. Mithilfe eines kleinen Scriptes wird die Datei (Bsp.: https://www.florian-a-werner.com/feed/) eingelesen und für den eigenen Zweck abgeändert. So wird dann aus Domain1, die Domain2. Alternativ könnte man auch über ein Plugin diese Daten abfragen um so an den Inhalt zu kommen. Auch könnte man einfach die komplett erzeugte HTML sich als eigene Webseite abspeichern und entsprechend Links austauschen.

Wofür verwenden die meine Daten?

Die Daten werden überwiegend für Affiliate-Programme missbraucht. Anstatt sich selber eine Webseite mühevoll und zeitaufwendig zu erstellen und über Jahre hinweg zu pflegen, wird sich einfach bei vorhandenen Seiten bedient. Hier ist auch meist nicht nur eine Seite betroffen, sondern mehrere von einer Person, denn je mehr Klicks auf Werbeanzeigen vorhanden sind, desto mehr Geld gibt es.

Wie schlimm ist der entstandene Schaden?

Abgesehen, dass es ärgerlich ist, seine eigenen mühevoll zusammengestellten Inhalte auf irgendeiner fremden Domain zu sehen, hält sich der schaden meist in Grenzen. Betroffen ist man meist beim Ranking, was ggf. mit ausbleibenden Werbeeinnahmen daherkommt. Auch sind – so wie ich es beurteilen kann – eher kleinere/mittlere Webseiten betroffen, da es hier nicht all zusehr auffällt, wenn so eine Webseite/Blog kopiert wurde, als bei großen Marken.

Wie kann ich dagegen vorgehen?

Da ich hier das Rad nicht neu erfinden will und ich auch von mir aus die meisten Schritte so gemacht hatte, kann ich an dieser Stelle andere Blog-Beiträge empfehlen. Ganz grob aber zusammengefasst:

  1. Findet heraus ob Ihr betroffen seit (ähnliche Domain; andere Domain-Endung; Volltextsuche bei Suchmaschinen; Copyscape)
  2. Übeltäter über einen „Whois“-Dienst ausfindig machen (bei wem liegt die Domain).
  3. Den Hosting-Anbieter anschreiben und darauf aufmerksam machen.
  4. Google informieren, damit die Seite aus dem Suchindex verschwindet.
  5. Herausfinden ob und wo Affiliate-Programme laufen und entsprechende Anbieter anschreiben.
  6. Notfalls rechtliche Schritt mit einem Anwalt einleiten (Stichwort: Diebstahl geistigen Eigentums; wenig Erfolgschancen, da Betreiber zumeist im Ausland).
  7. Abwarten, weiter bloggen, hin und wieder nachschauen ob sich was getan hat / die Seite erneut kopiert wurde.

Anmerkung: Es handelt sich hierbei in den meisten Fällen nur um eine Spiegelung ohne jegliche Schadsoftware!

Weiterführende Beiträge:

Fazit: Klar gibt es keine 100 prozentige Maßnahme Diebe auszutricksen, auch sollte man seine eigene Zeit in wichtigere Dinge – wie zum Beispiel das Bloggen – investieren anstatt in einem Fass ohne Boden nach dem Grund zu suchen. Wichtig sollte zwecks Datenmissbrauch die obligatorische „Anzeige gegen Unbekannt“ sein. Ansonsten, nicht so viel darüber nachdenken. Anhand des Datums der verlinkten Beiträge sieht man auch gleich, dass das Thema seit Jahren bekannt ist und trotzdem immer noch „Top aktuell“.

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